ValentinKarlstadt-Theater, München Premiere: 22.11.07
Regie+Bühne: Benjamin Sahler
Mitwirkende: Bele Turba Gerald Karrer Isabella Leicht Andreas Harvath u.a.
Hier geht’s um die Wurst Die Verzögerung war Karl Valentins komische Waffe gegen die Hektik. Zum Übel seiner Gesprächspartner kam er nicht zum Punkt, dafür zu wunderbaren Einsichten. „Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“, diese Weisheit ergrübeln sich die Grenzposten des Kokolores-Staates Kastanistan und haben alle Hände voll zu tun: mit ihren eigenen befremdlichen Gedanken, Träumen von Würsten und Würmern sowie mit der Reporterin Anne Will-ich, die nur Müßiggang entdeckt, wo sie Action finden soll. „Die Raubritter vor München“… von Valentin Mitte der 1920er erdacht und nun im heimeligen ValentinKarlstadt Theater aufgeführt. Die verquere Mittelalter-Bedrohung lässt sich schön ins Heute der Terror-Angst und Kriegsgelüste exportieren – das Wüste lebt wie eh und je. „Mit dem Kopf im Sand sieht man besser“, verkündet Will-ich, gespielt von der knallkomischen Isabella Leicht, um in zweiter Rolle als Befehlshaber verzweifelt an den Ketten militärischer Routine zu rütteln. … Am Ende viel Kriegsgewitter. Die Kastanier zahlen ihren Preis, bewahren aber ihr Gemüt. Gott sei Dank, denn man hat sie lieb gewonnen. Münchner Abendzeitung vom 26.11.07