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Mitteldeutsche Kammeroper (im ehem. Mitteldeutschen Landestheater) Wittenberg
Premiere am 16.03.06
Musikal. Leitung: Brett Alan Austad
Regie: Benjamin Sahler
Bühne + Kostüme: Heike Vollmer
Mitwirkende:
Vater:                           Robert Rosenkranz
Mutter:                           Irina Kirilenko
Hänsel:                          Mariana Ossandon / Annelie Staude
Gretel:                           Ruth Engel / Anna Lissovskaia
Knusperhexe:                     Constanze Hirsch
Sand-/Taumännchen:        Jennifer Porto
  

Die Inszenierung von Sahler… erzählt die Geschichte der Besenbinderfamilie pointiert aus heutiger Perspektive, mit behutsam eingeworfenen didaktischen Zwischentönen. Erkennbar der Bezug zur postsozialistischen Realität einer ostdeutschen Stadt, in der zwanzig Prozent Arbeitslosigkeit herrschen.
Bild eins zeigt eine Küche, asketisch eingerichtet. Und überhaupt wirkt alles an diesem Ort, dessen bröckelnde Altbaufassade in Bild zwei erscheint, so nutzlos, hilflos, ratlos. Keiner weiß, wie es hinausgehen könnte aus der Misere.
Eben diese Welt, von der Drehbühne in Sekunden herbei imaginiert und von einem Sandmännchen beschützt, gebiert die Hoffnung, die der Nach-Wende-Kapitalismus nicht mit sich führt. Während Letzterer nur Waren, aber keinen Geist in die Wohnstube stopft, ermöglicht die Fantasiewelt immerhin einen Hauch von Esprit, einen Schimmer Hoffnung. Dass diese zuletzt stirbt, ist ein Spruch. Aber hier ist es mehr.
Diese Aufführung…verdient höchste Anerkennung.
Opernwelt 05/2006


Der erste Streich der Mitteldeutschen Kammeroper war ein großer Publikumserfolg.
Regisseur Sahler setzt bei dem Humperdinck-Klassiker auf ein Regiekonzept, welches das Publikum auch jenseits der lieb gewonnenen Märchenhandlung zum Nachdenken zwingt – etwa über die Zwänge und Nöte, die durch gesellschaftliche Rahmenbedingungen entstehen können, wie Vernachlässigung von Kindern, emotionale Gleichgültigkeit oder wirtschaftliche Mangelerscheinungen.
Opernglas 05/2006 


Sahler aktualisierte die Handlung vorsichtig und verlegte sie in die Jetzt-Zeit, ohne deshalb dem Stoff seine Märchenhaftigkeit und seinen besonderen Zauber zu rauben….
Wenn konzeptionell vielleicht auch nicht jedes Detail voll aufging, so war doch insgesamt eine sehr überzeugende Personenregie zu erleben, wurde glaubhaftes Theater gespielt.
Der Neue Merker, April 2006


..eine überaus gelungene, liebevolle und künstlerisch herausragende Inszenierung.
Mitteldeutsche Zeitung vom 10.03.06


Die Inszenierung sowie die herausragenden Gesangssolisten übertrafen die Erwartungen der Zuschauer bei weitem….
Durch den Einsatz der Drehbühne und den aufwendigen Kulissenbau wurden die Besucher immer mehr in den Bann der spannenden Märchenhandlung hineingezogen. Die gewählte Darstellungsform war aktuell und der heutigen Lebensrealität entsprechend…..
Dem Regisseur Benjamin Sahler gelang dabei eine lebendige und packende Personenführung, die den Gang der Handlung spannend, glaubhaft und aktuell darstellt.
Wochenspiegel Wittenberg vom 21.03.06

 
    
    
   
    

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